Alternativen

Höchstadt verkauft wertvolles Ackerland an Investor

Warum und wozu werden von der Politik künftigen Generationen
Versorgungsressourcen genommen?
Alternativen zum Ausverkauf unserer wertvollen Kulturlandressourcen
an Investoren und Großfirmen wie C&A gibt es genügend

Was die Zukunft unserer Landwirtschaft – und damit die mögliche Wiederkehr des Hungers in Europa - im Angesicht des Freihandelsabkommens angeht, so blicke man nach Mexiko:
2 000 000 mexikanische Bauern haben bis 2007 durch den Nafta-Freihandel ihre Existenzgrundlage verloren
„Der Handels- und Entwicklungsbericht der UNCTAD für das Jahr 2007 stellt fest, dass in Mexiko zwei Millionen Bauern ihre Arbeit verloren, seitdem die USA, Kanada und Mexiko im Jahr 1994 das Nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta (North American Free Trade Agreement) schlossen. Im Rahmen dieser neuen Freihandelszone gingen die Einfuhren nord¬amerikanischen Getreides – und insbesondere von Mais – massiv in die Höhe, da diese stark subventioniert waren und deshalb auf den mexikanischen Märkten unterhalb der Gestehungskosten verkauft werden konnten. Nicht zuletzt deshalb setzt sich die oftmals illegale mexikanische Einwanderung in die Vereinigten Staaten unvermindert fort. Jedes Jahr verlassen etwa 700 000 Mexikaner ihr Land und überqueren teilweise unter Lebensgefahr die Grenze zu den USA.“
(Quelle: Jean Feyder: Mordshunger. Wer profitiert vom Elend der armen Länder? Frankfurt am Main 2010, S. 97)

Der weitere Ausverkauf des Aischgrundes muß gestoppt werden
Gerade für sozial Schwächere kann unter fachkundiger Anleitung auf öffentlichen Flächen eine Möglichkeit zur Selbstversorgung geschaffen werden. Die WAB Kosbach (Wohnen Arbeiten Befähigen) macht es sicherlich gern vor.Öffentlicher Raum wie etwa städtische Scheunen könnten zur Aufbereitung un d Vermarktung genutzt wrden. Über Initiativen wie Solidarische Landwirtschaft und Urban Farming (städtische Landbestellung) von unten könnte eine echte, nachhaltige Innenstadtbelebung erfolgen.
„ ... Kernpunkt des therapeutischen Arbeitens ist in Kosbach der ‚Grüne Bereich‘. Er umfasst Landwirtschaft (Getreide, Kartoffeln, Obst), Gartenbau, Tierhaltung (Hühner, Gänse, Enten, Ponys, Bienen) und Waldarbeit. Hier arbeiten auch Bewohner der WAB-Häuser aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt. Das Männerforum der evangelischen Kirchengemeinde Herzogenaurach traf am Dienstag in Kosbach den Leiter des ‚Grünen Bereichs‘, Christoph Reichert. Er zeigte bei einem Rundgang die Nutzungsformen und Arbeitsfelder. Die Teilnehmenden an der Arbeitstherapie erkennen beim Umgang mit Pflanzen und Tieren ihr eigenes Entwicklungspotenzial, finden zu Selbstbewusstsein und spüren ‚Boden unter ihren Füßen‘. Im Garten kann man nachempfinden, wie Arbeit mit den Händen in der Erde und mit Pflanzen psychisch Belasteten Erdung verschafft.
Die geernteten Erzeugnisse dienen der Eigenversorgung. Überschüsse werden im Kosbacher Hofladen verkauft. Es gilt jedoch konsequent der Grundsatz, dass nicht der Ertrag, sondern der Mensch im Vordergrund steht. Die WAB Kosbach ist mit ähnlichen Einrichtungen zum Netzwerk Soziale Landwirtschaft zusammengeschlossen. Die Gartenarbeiter übernehmen im Übrigen, erfuhren die Herzogenauracher, auch Auftragsarbeiten in der Garten- und Landschaftspflege bei Privatpersonen oder Einrichtungen (Pfarrgemeinden). In dem in der WAB Kosbach gedrehten Film ‚Mit sich selbst im Grünen sein‘ beschreiben dort Arbeitende ihre Schicksale. red ...“
(Quelle: Der Kontakt zur Natur gibt Kraft für das eigene Leben, 13.07.2015, infranken)

Solidarische Landwirtschaft in der Metropolregion Nürnberg
„ ... Die solidarische Landwirtschaft in der Metropolregion Nürnberg voran zu bringen, ist ein neues Projekt der BioMetropole Nürnberg. Bei der Solidarischen Landwirtschaft (SOLAWI) finden Erzeugerinnen und Erzeuger sowie Verbraucherinnen und Verbraucher wieder zueinander und arbeiten eng zusammen.
Die Vorteile für Verbraucherinnen und Verbraucher sind eine verlässliche und vertrauenswürdige Quelle ihrer Lebensmittel, regionale Lebensmittel in hoher Qualität aus ökologischer Produktion sowie die intensive Verbindung mit dem landwirtschaftlichen Betrieb. Die Erzeugerinnen und Erzeuger profitieren ebenfalls, da der Absatz ihrer Ernte gesichert ist und die Betriebskosten vorfinanziert werden.
SOLAWI - ein neuer Trend in Deutschland
Die Entstehung der solidarischen Landwirtschaft reicht in die 1980er Jahre zurück. In den USA wird das Modell der Consumer Supported Agriculture auf ca. 6500 Höfen angewandt, in Frankreich sind es etwa 1000. In Deutschland entstehen z.Zt. immer mehr Solawi Projekte.
Ein Konzept der Zukunft
Wie kann heute angesichts des globalen Super-Marktes eine bäuerliche, vielfältige Landwirtschaft erhalten bleiben, die gesunde, frische Nahrungsmittel erzeugt und die Natur- und Kulturlandschaft pflegt?  Bei Solidarischer Landwirtschaft (kurz Solawi) werden die Lebensmittel nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließen in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf, der von den Teilnehmer*innen mit organisiert und finanziert wird. ... “
aus: Homepage der BioMetropole Nürnberg)

Urban Farming – Gelebte Nachhaltigkeit als Trend
„ ... Urban Farming, auch Urban Gardening oder urbaner Gartenbau genannt, ist ein Trend, der sich derzeit in immer mehr Großstädten etabliert. Das Prinzip, Obst und Gemüse oder auch Kräuter innerhalb der Stadtgrenzen zu kultivieren, ist jedoch keine völlig neue Erscheinung. Im Gegensatz zu früher stehen dabei aber nicht mehr die rein wirtschaftlichen Aspekte im Vordergrund, vielmehr sind es Faktoren wie Nachhaltigkeit, regionale Versorgung, Gemeinschaftsarbeit und nicht zuletzt der erhebliche Freizeitwert, welche das Urban Farming auch in deutschen Großstädten zu einem weitreichenden Phänomen machen. ...
Was ist Urban Farming?
Der Begriff „Urban Farming” bezeichnet die meist kleinräumige, gärtnerische Bewirtschaftung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld. Hierzu werden Grünflächen ebenso genutzt wie flache Hausdächer, Terrassen und Balkone, Gewächshäuser sowie klassische Schrebergärten. Häufig wird der urbane Gartenbau gemeinschaftlich betrieben. Der Ernteertrag wird dabei in den meisten Fällen nicht verkauft, sondern unter allen Beteiligten aufgeteilt und selbst verwertet. ...“
(Quelle: Homepage Urban Farming München)